Plättchen-Funktion, -Typisierung
Vollblut Plättchen Impedanz-Aggregation
Thrombozyten sind zentrale Effektoren der primären Hämostase und spielen eine Schlüsselrolle in der Gefäßreparatur sowie in inflammatorischen Prozessen. Nach einer Gefässwand schädigung erfolgt die Adhäsion über den Glykoprotein‑Ib/V/IX‑Komplex an den von‑Willebrand‑Faktor in freigelegten subendothelialen Matrixstrukturen. Die anschließende Aktivierung durch agonistische Stimuli, z.Bsp. ADP, Thrombin, Kollagen führt zur Konformationsänderung des Glykoprotein‑IIb/IIIa‑Rezeptors und ermöglicht die Fibrinogen-vermittelte Aggregation.

Diese Mechanismen sind klinisch relevant, da sie gezielt durch antithrombotische Medikamente beeinflusst werden können, beispielsweise durch P2Y12‑Inhibitoren oder Glykoprotein‑IIb/IIIa‑Antagonisten. Die Thrombozytenfunktion wird mithilfe spezieller Labortests untersucht, darunter die Plättchenaggregation nach Born (Lichttransmissionsaggregometrie) und die Vollblut Impedanzaggregometrie (IMPACT als Nachfolger des Multiplate).

Störungen der Thrombozytenfunktion treten bei angeborenen Erkrankungen auf, z. B. Bernard‑Soulier‑Syndrom und Glanzmann‑Thrombasthenie, beim erworbenen von‑Willebrand‑Syndrom, das unter medikamentöser Therapie oder bei systemischen Erkrankungen auftreten kann.
Messprinzip
Die Vollblutaggregometrie (Impedanzaggregometrie) ist ein etabliertes hämostaseologisches Verfahren zur schnellen und differenzierten Beurteilung der Thrombozytenfunktion im Vollblut.
Die Methode basiert auf der Messung der elektrischen Impedanz zwischen zwei Elektroden, die in eine antikoagulierte Vollblutprobe eingetaucht sind. Nach Zugabe spezifischer Agonisten wie ADP, TRAP-6, Arachidonsäure, Collagen oder Ristocetin, werden Thrombozyten aktiviert, haften an den Elektroden und aggregieren. Die dadurch entstehende Zunahme der Impedanz korreliert direkt mit dem Ausmaß der Thrombozytenaggregation und ermöglicht eine quantitative Funktionsanalyse.

Thrombozyten
Entstehung : aus pluripotenten Knochenmark-Stammzellen
Lebensdauer: 8 - 12 Tage
Referenzbereich Erwachsene: 150.000 - 400.000 pro μL



